Liebe Freunde der Kunst,

wundersame Dinge kündigen sich an. „Meine“ traditionelle Kunstgeschichte hat ein neues Kleid bekommen. Aus analoger Kursform wird ein „online-kurs“, aber alles andere bleibt. Nach wie vor ist der rote Faden das aktuelle Ausstellungswesen in Hamburg. Wir besprechen die Ausstellungen, erfahren mehr über den/die Künstler*in, klären Stilfragen, machen Exkurse zum Zeitgeschehen und vergleichen die Werke mit anderer Kunst. Dabei bleiben wir im Dialog miteinander, diszipliniert mit der gelben Hand und im Eifer der Diskussion auch schon mal durcheinander. Ein wenig Übung gehört dazu und ein kleines bißchen Offenheit für die Möglichkeiten und Tücken der modernen Technik. Als Kunsthistorikerin habe ich mit den unbekannten und ungeahnten Möglichkeiten der onlinewelt natürlich auch und bisweilen sehr zu kämpfen, aber ich denke wir können aneinander wachsen.

Die Coronapandemie hat mich bezüglich meiner Arbeitswelt (Museen, Ausstellungen, Kulturzentren, Galerien, Seniorenresidenzen) im letzten Jahr entsprechend der gesetzlichen Verordnungen aus-, an-, und wieder ausgeknipst, so daß ich nun meine berufliche Zukunft nicht mehr den Inzidenzzahlen anheim fallen lassen möchte. Ich hoffe Ihr mögt mich auf diesen neuen Wegen begleiten und könnt für Euch erfahren, daß neben „home-office“ auch „home-fun“ zu einem modernen und sicheren Leben gehört. Ein Dilemma der letzten Monate für mich war, daß Corona mit sich brachte, daß alle Kurse, die ich bis dahin betreut habe, als Gesprächsforen zusammenbrachen. Dort wurde natürlich nicht nur Kunstgeschichte, sondern immer auch jegliche Art der Alltagskultur erörtert, politisch eingeordnet, gesellschaftlich bewertet. Das alles kann jetzt wieder sein und es ist wichtiger denn je. Die Veränderungen werden immens sein und Kunst, aktuell oder historisch, wird uns helfen auf neue Situationen zu reagieren. Sie kann der Schlüssel zum Verständnis sein, aber uns auch mit Unbegreiflichem fluten, so daß statt Angst oder Verwirrung das Staunen hell leuchtend und glücksversprechend aufersteht. Innovationen, historische Umbrüche, kreative Lösungen, Liebe und Verdruß, Narreteien und poetische Bildfindungen – alles ein Feld für die Kunst. Ich hoffe Ihr seid wieder dabei!

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